Chronik

105 JAHRE IM DIENSTE DES NÄCHSTEN !

105 JAHRE FREIWILLIGE FEUERWEHR WALBERBERG (1902-2007)

"ZE BERCH BRENNT ET!"

Mit diesem Alarmruf wurde im Frühjahr 1902 die Feuerwehr der Gemeinde Sechtem nach Walberberg zum Anwesen der Familie Andreas Krekel geschickt. Doch leider ging nur wertvolle Zeit für das Heranschaffen des Löschgerätes verloren, als die Männer bereit zum Löschen waren, kam kein Wasser aus dem Strahlrohr, weil die Wasserschläuche in Unstand waren.

Dies war der eigentliche Anlass zur Gründung einer eigenen Freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil Walberberg.

Beseelt von Idealismus und Nächstenliebe zu Ihren Mitbürgern scharten sich spontan 26 Männer jeden Alters um Severin Fischer und Josef Wachendorf, die beide bereits mehrere Jahre Erfahrung als Feuerwehrleute in Kessenich gesammelt hatten.

Als erster Brandmeister befehligte Peter Kremer nicht nur über 26 Wehrleute, sondern auch über den Einsatz der 15 Ledereimer, 2 Brandhaken, 50m Schlauch auf einem kleinen Wagen und der mit Muskelkraft zu betätigende Druckspritze. Während diese Gerätschaften von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurden, schafften sich die selbstlosen Männer aus eigenen Mitteln ihre Feuerwehrkleidung an. Dies war die erste Uniform, der einige Jahre später erst eine richtige sogenannte Paradeuniform folgte. Bald bot der Großbrand des Klosterhofes Gelegenheit, den beachtlichen Leistungsstand der Wehr im Jahre 1906 unter Beweis zu stellen. Kurz danach wurden zur weiteren Verbesserung der Ausbildung ein Steigerturm aus Holz auf dem Grundstück des Gastwirtes Eich errichtet. Nach seiner Zerstörung durch die Besatzungstruppen Anfang der 20iger Jahre, trat an seiner Stelle ein richtiger Steigerturm in Eigenkonstruktion auf dem Gelände der Schule. Leider musste er dann dem Schulneubau weichen.

Der 1. Weltkrieg brachte einen gewissen Stillstand im Feuerlöschwesen mit sich, da die Mehrzahl der Wehrmänner ins Feld ziehen mussten, wo drei von ihnen als Soldaten den Heldentod starben. Dankend sei ihrer an dieser Stelle gedacht.

Doch schon bald nach Ende des Krieges erlebte die Walberberger Feuerwehr wieder einen kräftigen Aufschwung. Das silberne Jubiläum am 17. und 18. September 1927 war ein Höhepunkt in dieser Entwicklung. Auf diesem Fest, das gleichzeitig das Kreisverbandsfest aller Wehren des Landkreises Bonn war, erlebte die Bevölkerung des Ortes eine stolze Leistungsschau des damaligen Feuerlöschwesens.

Aus der "Freiwilligen Feuerwehr" wurde 1933 die "Feuerlöschpolizei". Der gute Wille wurde durch sanften Zwang ersetzt. Von nun an befahl der Geist einer neuen Zeit über alle und alles. Auf sein Geheiß hin mussten auch 1939 fast 2/3 aller Wehrleute in den 2. Weltkrieg ziehen, in einen Krieg, der auch in der Heimat ausgetragen wurde und auch hier seine Opfer an Leib und Gut forderte. Eines der äußeren Zeichen dieser Opfer wurde die Zerstörung unserer altehrwürdigen Pfarrkirche durch Brandbomben. Zur besseren Bekämpfung von Schäden, die immer wieder durch Spreng- und Brandbomben entstanden, erhielt die Wehr im Jahre 1943, sie setzte sich damals aus Jugendlichen und älteren Männern zusammen, eine Motorspritze. Mit viel Geschick und enormen persönlichen Einsatz und dem festen Willen immer zu helfen, führte Matthias Schiebahn in diesen schweren Jahren als Brandmeister die Feuerwehr. In diesem Weltenbrand ließen acht Männer der Wehr im Felde ihr Leben, zwei weitere gelten als vermisst. Auch ihrer wollen wir hier ehrend gedenken.

"DOCH NEUES LEBEN BLÜHT AUS RUINEN!"

Initiator für eine Reorganisation der Feuerwehren der Gemeinde Sechtem war nach dem Krieg Gemeindevorsteher Rott. Mit einem Teil der 35 000,- DM, die die Gemeinde dafür zur Verfügung stellte, konnte auch die Walberberger Wehr ihre Ausrüstung vervollständigen. Mit einem umfangreichen Festprogramm feierte die Löschgruppe Walberberg vom 21. bis 23. Juni 1952 ihr 50jähriges Bestehen, auf dem die Gründer Severin Fischer, Lorenz Schwarz und Josef Schwarz als Goldjubilare geehrt wurden. Als das Leben wieder richtig pulsierte, starb plötzlich 1954 ihr verdienter und hochverehrter Brandmeister Schiebahn. Sein Amt übernahm nun Peter Belz, und er konnte im gleichen Jahre für den Sieg in einem Schnelligkeitswettbewerb eine Goldmedaille in Empfang nehmen. Walberberg hatte in diesem Jahre die schnellste Wehr im Landkreis Bonn.

FK 1250
FK 1250
1960 erhielt sie von der Gemeinde ein Löschfahrzeug vom Typ FK 1250. Wieder in Verbindung mit einem Verbandsfest feierte ganz Walberberg am 21. 22. und 23. Mai 1962 mit seinen Feuerwehrmännern das 60. Jubelfest. Wieder war es ein Fest des ganzen Dorfes, und es war ein gelungenes Fest, wie immer wenn in Walberberg gefeiert wird!

Doch eines zeigte sich in diesen Tagen auch : Das über 50 Jahre alte "Spritzenhaus" hatte redlich ausgedient. Es erfüllte doch nicht mehr die Anforderungen einer neuen technisierten Zeit. So beantragte denn 1963 der ehemalige Hauptbrandmeister Kirchartz aus Merten den Bau eines neuen Gebäudes bei der Amtsvertretung. 1964 begann auch die konkrete Planung und Vorarbeit. Ebenso wurden von nun an alljährlich Rücklagen dafür in den Haushaltsplan eingesetzt. Altes Gerätehaus
Altes Gerätehaus

In der Zwischenzeit hatte sich ein Wechsel in der Führung der Löschgruppe vollzogen. Am 21.Mai 1964 konnte der neue Brandmeister H.J. Steffens gleich sein Können bei einem Großbrand auf dem Anwesen der Baumschule Hau unter Beweis stellen. Doch trotz Aufbietung aller Könnens, aller Kräfte und Löschgeräte fielen ein Kühlhaus, ein Stall und eine Scheune den Flammen zum Opfer. Nach einem weiteren Großeinsatz am Heiligen Abend 1964 blieb die Wehr gut zwei Jahre von weiteren größeren Einsätzen verschont.

Klosterbrand 1967
Klosterbrand 1967
Dann aber kam der 2.Januar 1967. Gegen 15 Uhr ertönten die Alarmsirenen, und schon wenige Minuten später raste die Walberberger Löschgruppe zum Kloster, wo fast der gesamte Dachstuhl brannte und das Feuer sich rasend schnell ausbreitete. Die Verantwortlichen der Wehr erkannten gleich, das hier weitere Hilfe mit besserem technischem Gerät notwendig war. Mehr als 150 Feuerwehrleute bekämpften bald das Flammenmeer. Sie kamen aus der ganzen Umgebung: aus Brühl, Frechen-Hermülheim, Merten, Sechtem, Bornheim, Roisdorf, Urfeld, Hersel und sogar aus Bonn. Nachdem man gegen 18 Uhr den Brand bis auf einige wenige kleine Nester unter Kontrolle hatte, übernahm die Walberberger Wehr die "Nachtwache". Bei der Nachbesprechung dieses Einsatzes musste dann traurig festgestellt werden, dass das Fehlen eines schweren Atemschutzgerätes sich sehr nachteilig ausgewirkt hatte.

Dem nächsten zu helfen, nicht nur bei Feuern, ist die Verpflichtung, die sich die Männer der Feuerwehr auferlegt haben. So suchten sie im Juni 1967 drei Tage lang nach einem vermissten Jungen, dessen Leiche dann im Berggeist-See gefunden wurde.

Und weil die Wehr ein Freund und Helfer des ganzen Dorfes ist, so freute sich auch die gesamte Bevölkerung Walberbergs mit ihr über das neue Gerätehaus, das am 8.August 1971 in einer würdigen Feier seiner Bestimmung übergeben wurde. Rund 100 000,- DM hatte das zweckmäßige Gebäude gekostet, wo neben einem Aufenthaltsraum auch ein Wasch- und Duschraum zur Verfügung steht. Gerätehauseinweihung 1971
Gerätehauseinweihung 1971

Mit einer wirklichkeitsnahen Katastrophenübung in Zusammenarbeit mit dem DRK und dem Katastrophenschutz wurde am 13.August 1972 das Fest zum 70jährigen Bestehen der Wehr begonnen, in dessen Verlauf auch ein Hubschrauber zur Rettung Verletzter eingesetzt wurde. Doch dann wurde es buchstäblich ernst und das Fest fiel tatsächlich "ins Wasser".
Wolkenbruchartiger Regen setzte zahlreiche Keller völlig unter Wasser. Bis zum späten Abend standen die zum Fest angereisten Löschzüge zusammen mit der Walberberger Wehr im Kampf mit den Wasserfluten. Aus dem sonst helfenden Element Wasser war nun ein feindliches geworden.

Als im Juli 1974 H.J. Steffens sein Amt niederlegte, übernahm Theo Horst diese Aufgabe.

Bei einem Einsatz im Anwesen Koßmann im Jahre 1976 stellte sich erneut heraus, das weitere Alarmierungsanlagen installiert werden mussten, ein größeres Löschfahrzeug und die Ausrüstung mit Atemschutzgeräten erforderlich war.

Vom 19.8. bis zum 21.8.1977 feierten wir unser 75jähriges Stiftungsfest, verbunden mit dem 8.Gemeindefeuerwehrtag der Gemeinde Bornheim.

Fahrzeugübergabe 1977
Fahrzeugübergabe 1977
Am 27.11.1977 wurde unser neues Feuerwehrfahrzeug, ein LF 8, eingeweiht und bestand sofort am 28.11.1977 bei einem Großbrand der Klosterscheune seine "Feuertaufe" Bei diesem Einsatz stellte sich wieder heraus, dass das Fahrzeug dringend notwendig war.

Im Dezember 1977 übernahm Kamerad Herbert Pieck zunächst als Unterbrandmeister und ab Mitte Mai 1978 als Brandmeister unsere Wehr und führt sie, zwischenzeitlich zum Hauptbrandmeister befördert, weiter.

Am 11.2.78 ereignete sich ein Wohnungsbrand größeren Ausmaßes, wobei sich abermals als großer Nachteil herausstellte, dass bei uns keine Pressluftgeräte vorhanden waren. Da sich auch bei diesem Einsatz zeigte, dass eine moderne Feuerwehr ohne solche Geräte nicht mehr effektiv arbeiten kann, wurden Pressluftatmer durch die Feuerwehr Sechtem leihweise zur Verfügung gestellt. Zwischenzeitlich ist dieses Problem gelöst.

Im Juni 1979 drohte ein Schuppenbrand auf den Klosterhof überzugreifen, das Feuer konnte aber schnell unter Kontrolle gebracht werden.

Zur Tierrettung wurde unsere Wehr im August 1979 angefordert, dabei konnte einem Pferd aus der Not geholfen werden.

Im Oktober 1979 wurde das Dominikanerkloster erneut von einem Großbrand heimgesucht, durch schnelles Eingreifen, die Unterstützung anderer Wehren und bessere Ausrüstung konnte eine zügige Brandbekämpfung durchgeführt werden.

Im Sommer 1982 ereignete sich eine Serie von Waldbränden, die auf Fahrlässigkeit oder sogar auf Vorsatz zurückzuführen sein dürften.

Im Oktober 1986 wurden wir durch Glockengeläut und Sirenenalarm zum Einsatz gerufen. Die ev. Kirche brannte. Es stellte sich heraus, dass ein Orgelbrand eine Glocke in Betrieb gesetzt hatte. Das Feuer griff sofort auf die Deckenverkleidung über, wobei erheblicher Sachschaden entstand. Orgelbrand evangelische Kirche 1986
Orgelbrand evangelische Kirche 1986

Neben den aufgeführten Einsätzen wurde unsere Wehr immer wieder zu Kleinbränden, techn. Hilfeleistung und Katastrophenalarm angefordert.

Im Mai 1987 feierten wir unser 85jähriges Stiftungsfest, welches ein Höhepunkt im Dorfgeschehen wurde. Auf dem Dorfplatz wurde ein großes Festzelt errichtet, Glanzpunkt der viertägigen Veranstaltung war der Auftritt von Tony Marschall.
Weitere Attraktionen waren:

  • ein Löschfahrzeug der Flughafenfeuerwehr Nörvenich,
  • Musikkapellen der Polizei und des BGS,
  • ein Hubschrauber der SAR-Staffel der Bundeswehr und feuerwehrtechnische Vorführungen.
Abgerundet wurde das Fest durch einen großen Festzug anlässlich unseres Stadtfeuerwehrtages der Stadt Bornheim, der durch unsere Ortsvereine sehr aktiv unterstützt wurde.

Unser Ort blieb in der Folgezeit von Schadensereignissen größerer Art verschont, jedoch steigerte sich die Anzahl der Einsätze um mehr als das Doppelte.

Der techn. Fortschritt und das Wachstum unseres Dorfes macht es erforderlich, dass wir uns dieser Entwicklung anpassen, das bedeutet:

  • Erweiterung unseres Gerätehauses,
  • Anschaffung moderner feuerwehrtechnischer Geräte.

Durch Eigenleistung der Wehr wurde der Altbau neben dem Gerätehaus abgerissen, wodurch der Stadt Bornheim finanzielle Aufwendungen erspart werden konnten.
Wir glaubten dadurch eine Voraussetzung für die Erweiterung unseres Gerätehauses geschaffen zu haben.

Fahrzeugübergabe 1987
Fahrzeugübergabe 1987
Unsere Freude war Groß, als wir im Dezember 1987 ein neues Löschfahrzeug erhielten. Es handelt sich um einen LF 16 TS, welches die Schlagkraft unserer Wehr erheblich steigerte.
Da jedoch auch dieses Fahrzeug nur einer Gruppe (9 Mann) Platz bietet und wir außerdem über eine sehr aktive Jugendfeuerwehr verfügen, traten immer wieder Engpässe beim Transport der Feuerwehrleute auf.

Zu unserer Überraschung stifteten uns drei Spender ein Mannschaftstransportfahrzeug, damit wurde die Mobilität unserer Wehr verdoppelt. Das Fahrzeug bewährte sich in der Folgezeit bei vielen Einsätzen und Übungsdiensten.

Anlässlich des im Mai 1992 stattfindenden 90jährigen Stiftungsfestes konnte das Fahrzeug eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden.
Die mehrtägigen Feierlichkeiten anlässlich des Stiftungsfestes fanden traditionsgemäß in einem Festzelt auf dem Dorfplatz statt. Dabei zeigte sich das Interesse der Walberberger an ihrer Feuerwehr, da alle Veranstaltungen rege besucht wurden, und damit dem Fest zum Erfolg verhalfen.

Da sich bis 1994 keine Aktionen der Stadt bezüglich einer Gerätehauserweiterung abzeichneten, entschlossen wir uns die Baumaßnahme in Eigenleistung und mit eigenen Mitteln durchzuführen, was dann auch im Oktober 94 begann.
Viele tausend Arbeitsstunden der Walberberger Feuerwehrleute, die materielle und finanzielle Unterstützung vieler Freunde und Gönner der Wehr, sowie die notwendigen flankierenden Maßnahmen der Stadt Bornheim führten dann im Oktober 1996 dazu, dass der Erweiterungsbau des Gerätehauses mit einem Festakt anlässlich unserer Kleinkirmes seiner Bestimmung übergeben werden konnte.
Damit ist sichergestellt, dass unsere Wehr auch den Anforderungen des nächsten Jahrtausends gerecht wird.

Bereits Dezember 1995 fand ein Wechsel in der Führung unserer Wehr statt. Oberbrandmeister Hans Günter Zimmermann übernahm von Hauptbrandmeister Herbert Pieck die Leitung der Löschgruppe.

Ein Einsatz im August 1996 durchbrach allerdings die "Routine", denn der traurige Anlass war ein Unfall mit Todesfolge auf den Gleisen der Linie 18 in Höhe des Walberberger Bahnhofes, der die Gemüter erschütterte. Tödlicher Unfall Linie 18 1996
Tödlicher Unfall Linie 18 1996

Am Volkstrauertag November 1996 heulten erneut die Sirenen. Ein Wohnungsbrand mit Menschen in Gefahr führte zur Alarmierung unserer Wehr als Unterstützung für die LG Merten. Da alle anderen Fluchtwege versperrt waren, konnten wir mit unserer Schiebeleiter mehrere Bewohner aus dem brennenden Gebäude retten.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass die gesamte Wehr in Ausgehuniform den Einsatz durchführte, da an diesem Tag der Fototermin für das 95-jährige Stiftungsfest vorgesehen war.

Im Dezember 1996 hielt eine Alarmierung uns in Atem, unter dem Einsatzstichwort "Brand im Dominikanerkloster" wurde der ganze Löschzug 2, mit den LG Merten, Rösberg, Hemmerich sowie die Drehleiter aus Bornheim angefordert. Schon bei der Anfahrt kamen Erinnerungen an die Klosterbrände vergangener Jahre auf. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass neben einem Treppenhaus "nur" Abfälle in einem Müllschacht brannten, jedoch unter intensiver Rauchentwicklung.

In der Zeit vom 09.- 11.05.1997 feierten wir unser 95-jähriges Stiftungsfest mit einem Festzelt auf dem Dorfplatz. Dieses Fest war verbunden mit dem 17. Stadtfeuerwehrtag der Stadt Bornheim. Leider fand diese Veranstaltung nicht die von uns erhoffte Resonanz der Walberberger Bevölkerung.

Unsere Aufbauarbeiten zu diesem Fest 1997 wurden allerdings durch einen Einsatz erweitert, der uns viele Stunden in Anspruch nahm. Ein großer Gelenkbus verlor seinen gesamten Motorölbestand auf mehreren Kilometern im ganzen Ortsbereich, so dass 20 Sack Ölbindemittel ausgebracht, verteilt und wieder aufgenommen werden mussten.

Großbrand 1998
Großbrand 1998
Beißender dunkler Rauch aus Richtung Mertener Heide kündigte Anfang des Jahres 1998 erneut ein Großschadensereignis an. Am frühen Abend heulten die Sirenen in fast allen Ortschaften. Eine Großscheune zwischen Merten und Rösberg mit untergestellten landwirtschaftlichen Fahrzeugen brannte in vollem Umfang, und hielt uns über viele Stunden im Einsatz.

Der nachfolgende Einsatz im Sommer 1999 bleibt den eingesetzten Feuerwehrmännern unter dem Stichwort "Schwanengesang am Berggeistweiher" (Tonweiher) noch lange in Erinnerung. Ein Schwan, der sich in einem Angelhaken verfangen hatte, musste über mehrere Stunden mit Booten des Angelvereins verfolgt werden, bis er befreit werden konnte.

Im Dezember 2000 fand ein Wechsel in der Führung der Löschgruppe statt, Brandmeister Ulrich Breuer trat die Nachfolge von Oberbrandmeister Hans Günter Zimmermann als Löschgruppenführer an. Dies bedeutete gleichzeitig einen Generationenwechsel in der Führung der Löschgruppe.

Sirenenalarm in den frühen Morgenstunden des 20.05.2000 alarmierte die Löschgruppe zum Großbrand der Gaststätte Leyendecker in Sechtem. Eine große Rauchwolke über dem Westen von Sechtem zeigte, dass das Objekt in voller Ausdehnung brannte, fast alle Löschgruppen der Stadt waren im Einsatz. Durch Aufbietung aller Kräfte konnte ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude verhindert werden, jedoch entstanden am Brandobjekt selbst erhebliche Sachschäden. Das Gebäude wurde in der Zwischenzeit abgerissen.

Der erste Mai 2001 bleibt allen Walberbergern, und nicht nur den Feuerwehrmännern, in besonderer Erinnerung.
Dunkle Rauchwolken über dem Phantasialand kündigten keine neue Attraktion (wie vielleicht vermutet), sondern eine der größten Katastrophen für das Phantasialand an. Die Verkleidung der großen Achterbahn brannte völlig nieder. Armgroße Brandrückstände gingen auf die Ortschaft Walberberg nieder.
Die Feuerwehren des gesamten Erfkreises waren im Einsatz, und selbst die Kräfte aus der Stadt Bornheim wurden in Bereitschaft versetzt. Die Ausdehnung des Brandes konnte auf das Fahrgeschäft beschränkt werden.
Aus den Erfahrungen des Einsatzes wurden Erkenntnisse gewonnen, die dazu führen, dass die Löschgruppe Walberberg aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage, zukünftig sofort in der Einsatzmaßnahmen eingebunden wird.

Im Juni 2001 versetzte uns ein brennender Industrietrockner in der Jugendakademie in Alarm. Durch einen technischen Defekt brannte der Elektromotor. Unter Pressluftatmern wurde der Brand gelöscht, und das Gerät zur Sicherung aus dem Gebäude geschafft.

Bei einem Großbrand in der Küche der Gaststätte "Mertener Eck" im Juni 2002, bei der die Löschgruppen Walberberg, Merten, Rösberg und Bornheim alarmiert wurden, konnte der Brand auf den Entstehungsort begrenzt werden. Bei diesem Einsatz wurde erstmalig die neue Wärmebildkamera der Stadt Bornheim mit Erfolg angewandt.

Im Oktober 2002 feierten wir unter großer Beteiligung der Bevölkerung unser 100jähriges Stiftungsfest, welches nun basierend auf den Erfahrungen im Jahr 1997 im Gerätehaus stattfand.

Nach dem Brand eines Fachwerkhaus in Walberberg begann unsere Einsatztätigkeit im Jahr 2003 mit dem Großbrand des Birkhofs in Brühl, zu dem neben unserer Löschgruppe auch die Feuerwehren Weilerswist, Wesseling, Hürth und Erftstadt zur Unterstützung der Feuerwehr Brühl alarmiert wurden. Die ca. 65 untergebrachten Pferde konnten rechtzeitig aus dem brennenden Gebäude gerettet werden.

Im weiteren Jahresverlauf ereigneten sich gleich drei Großbrände innerhalb eines Monats. Am 21.09. wurden wir zusammen mit den Löschgruppen Merten und Sechtem zu einem Wohnhausbrand in Sechtem alarmiert. Nachdem wir am 05.10. zu einem Dachgeschossbrand in Merten alarmiert wurden, führte nur weitere 12 Tage später, die zweite Alarmierung in diesem Jahr mit Einsatzstichwort „Großbrand Birkhof“ zu großem Erstaunen. Wir unterstützten die Feuerwehr Brühl, wie beim ersten Einsatz, bei dem Aufbau und Betrieb der Wasserversorgung aus dem Lucretiasee.

Im Dezember ereignete sich der fünfte und damit auch letzte Großbrand des Jahres 2003. Das Büro- und Lagergebäude eines Gartenbau-Designers auf der Hauptstraße stand bei unserem Eintreffen bereits in Vollbrand.
Zufällig befand sich die Drehleiter zum Zeitpunkt der Alarmierung in Walberberg, so dass diese zeitgleich mit unserem Löschgruppenfahrzeug zum Einsatzort ausrücken konnte. Mit der Unterstützung benachbarten Löschgruppen gelang es ein Übergreifen auf weitere Gebäudeteile zu verhindern.
Großbrand
Großbrand Gartenbau-Design 2003

Neben mehreren Verkehrsunfällen mit Sachschäden und Verletzten ereignete sich im August 2004 auf der Kreuzung Dominikanerstraße/L 183 ein Verkehrsunfall mit Todesfolge. Nach der Kollision eines Rollers mit einem PKW kam für den Rollerfahrer jede Hilfe zu spät. Wir unterstützen, zusammen mit der Löschgruppe Sechtem, u.a. durch Ausleuchten der Einsatzstelle die Unfallaufnahme der Polizei.

Im November 2004 wurden wir, zusammen mit den Löschgruppen Merten, Sechten, Rösberg, Bornheim und dem Rettungsdienst, zu einem Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr nach Merten alarmiert. Beim Eintreffen brannte die Küche im ersten Obergeschoss in voller Ausdehnung. Über tragbare Leitern konnten insgesamt 10 Personen aus dem Haus gerettet werden.

Zur überörtlichen Hilfeleistung nach einem Unfall mit einem Tanklastzug in Wesseling wurden wir im Dezember 2004 zusammen mit der Löschgruppe Waldorf alarmiert. Wir unterstützen die Kameraden der Feuerwehr Wesseling durch das Bereitstellen von Atemschutztrupps im Gefahrguteinsatz. Es bestand akute Explosionsgefahr, da ca. 3.000 l Kraftstoff aus dem Fahrzeug ausgelaufen waren.

Einweihung MTF 2005
Einweihung MTF 2005
Im Januar 2005 konnten wir dann unser neues Mannschaftstransportfahrzeug in Empfang nehmen. Der nach der Jahrtausendwende immer schlechter werdende Zustand der Karosserie machte eine Ersatzbeschaffung unseres alten MTF (Baujahr 1978) notwendig. Eine Anpassung der Ausstattung und Ausrüstung auf unsere speziellen Erfordernisse wurde, mit Eigenmitteln der Löschgruppe finanziert, durch die Firma Pütting durchgeführt. Auch dieses neue Fahrzeug der Löschgruppe Walberberg wurde, wie das LF 8, direkt am Tag der Überführung „eingeweiht“. Am Abend des 27.01.05 wurden wir zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren zum Brand des Birkhofes alarmiert.

Im Mai 2005 ereigneten sich gleich zwei Saunabrände innerhalb kurzer Zeit, so dass Walberberg bereits scherzhaft als „Saunaland“ bezeichnet wurde. Bei beiden Einsätzen konnte der Brand auf den Entstehungsort begrenzt werden, jedoch kam an einer Einsatzstelle für eine Katze jede Hilfe zu spät.

Ende August 2005 wurde auf dem Marienfeld bei Kerpen die Vigil und die Abschlussmesse des Weltjugendtages gefeiert. Zur Sicherstellung des Brandschutzes stellte die Feuerwehr Bornheim über den Zeitraum von drei Tagen ein LF 8/6 mit Besatzung bereit, wobei eine Einsatzschicht von der Löschgruppe Walberberg übernommen wurde.

Im Jahreswechsel 2005/2006 wurde das Gerätehaus wiederum in Eigenleistung renoviert bzw. auf den technisch neuesten Stand gebracht. Neben Renovierung und Umbau der im hinteren Bereich gelegenen Sozialräume musste Anfang 2006 das marode linke Hallentor durch ein neues elektrisches Rolltor ersetzt werden. Auch dies geschah in finanzieller Eigenleistung der Walberberger Wehr, da eine Neubeschaffung seitens der Stadt Bornheim nicht vorgesehen war. Unterstützt durch die RWE-Aktion „Aktiv vor Ort“ konnte in diesem Zusammenhang auch das andere Rolltor mit einem elektrischen Antrieb versehen und die Hallenbeleuchtung erneuert werden.

Der Orkan „Kyrill“ verursachte im Januar 2007 deutschlandweit schwere Schäden. Wir kamen mit einem blauen Auge davon und mussten „nur“ zu drei Einsatzstellen ausrücken.

Ende April 2007 wurden wir zusammen mit der Löschgruppe Waldorf zur überörtlichen Hilfeleistung bei einem ca. 2 ha großen Waldbrand in Königswinter-Ittenbach alarmiert. Die Einsatzstelle befand sich unglücklicherweise in einem Steilhang, was die Arbeit der Feuerwehr erschwerte und zu langwierigen Löscharbeiten führte.

Die in dieser Chronik geschilderten Einsätze stellen natürlich nur eine kleine Auswahl von Einsätzen dar, um Ihnen einen Überblick über die Arbeit der Feuerwehr und die Vielfalt des Einsatzgeschehens zu verschaffen. Jeder dieser Einsätze birgt eine Vielzahl an Gefahren für die eingesetzten Feuerwehrmänner in sich, um so erfreulicher ist es, dass in den letzten Jahren kein Mitlied unserer Löschgruppe ernsthaft verletzt wurde.

Um den personellen Bestand unserer Löschgruppe auch für die Zukunft zu sichern, werden weiterhin interessierte Jugendliche (ab 10 Jahre) in unsere Jugendfeuerwehr aufgenommen.

Unsere Wehr besteht derzeit aus:

  • 43 aktiven Mitgliedern
  • 10 Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung
  • 11 Jugendlichen der Jugendfeuerwehr (10-17jährige)

Neben den klassischen Aufgaben der Feuerwehr beteiligt sich die Freiwillige Feuerwehr Walberberg auch aktiv am Dorfgeschehen. So werden z.B. Martinszug und Karnevalszug durch die Feuerwehr begleitet. Sämtliche weiteren Aktivitäten der Vereinsgemeinschaft werden ebenfalls von uns mitgetragen.

Wir wollen uns auch in Zukunft bemühen unseren Aufgaben gerecht zu werden und alles daran setzen in Not geratenen Mitmenschen beizustehen.

Die Freiwillige Feuerwehr Walberberg steht weiterhin fest zu ihrem Wahlspruch:

"GOTT ZUR EHR, DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR!"


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